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1999 Der Friedrichshain war ein Wald vor den Toren Berlins, in dem man sich vor den dunklen Mächten der Stadt retten konnte. Den wilden Abenteurer und Waldschrat Günter verschlug es auch aus diesem Grunde in die Wälder. Als er eines Tages pfeifend durchs Dickicht stiefelte, begegnete er Olli, vom Stamm der "Offbeat". Er trat ihn aus versehen auf den Fuß. So machte Günter Bekanntschaft mit einem der vielen
Veteranen aus den Wäldern. Und um sich für sein Missgeschick zu entschuldigen, versprach Günter ein bisschen Schlagzeug für Olli zu spielen. Olli schnappte sich seine Laute und spielte zum Schlagzeug-Beat merkwürdig versetzt Akkorde. Günter machte das ganz verrückt. Er beschloss Marcel, einen ursprünglichen Nachfahren von Christos dem Barbaren, aus dem Teuteburger Wald einzuladen der gar meisterlich die Laute zu stimmen wußte.
Der wollte gleich mit seiner Laute mitspielen und am liebsten noch mehr Barbaren einladen um dem Met zu huldigen. Über die Waldzeitung fand sich Nick, ein Waldbewohner, der den weiten Weg über den Kanal genommen hatte um in diesem Wald zu leben. Nick der als Sopran bei den Londoner Philharmonikern gesungen hatte, führte sein Hobba bei der genannten Kapelle fort. Stephie, eine Frau, die es auch ins Friedrichshainer Gebüsche verschlagen hatte, spielte mit Anderen ein paar Liedchen in dem selben Erdloch, in dem auch die Chaoten Günter, Olli und Marcel schrammelten. Irgendwann schaute sie auch mal bei denen vorbei. Von da an waren sie zu fünft - und mit einer Sängerin und einem Sänger - unterwegs.
In der Nähe der fernen Charlottenburg wurden die Instrumente dann irgendwann zum ersten Mal für ein Aufspiel in einer versteckten
Spelunke aufgestellt. Die Kapelle nannte sich zu diesem Anlass einfach "Knattertones" (aus Gründen, die der strengsten Geheimhaltung unterliegen). Es wurde ein netter Abend mit vielen Leuten, die extra die Reise angetreten hatten und Leuten, die dort öfter und gerne abstürzten. Das war im Winter, tausend-neunhundert- neunundneuzig Jahre nach Kollege Jesus C. seine Geburt.
2000
Ein paar Wochen später schnallte Storrie sich und seine Posaune auf einen Schlitten, fetzte den Prenzlauer Berg ins Tal hinab und weiter in den Wald. Der Jute hatte so dermaßen Tempo drauf, das er kurz vorm Treffpunkt einen Baumstumpf ummähte. Und er flog anschließend mit einem großen Satz in die Runde der fünf Anderen. Nach der stürmischen Begrüßung wurde getanzt, gespielt, gerockt, gesoffen und geraucht. Und alles war gut. Alle freuten sich über den Krach, den die Instrumente machten und Storrie wurde zur "Bläserabteilung" der Kapelle erklärt!
Da musste mehr von her. Aber zunächst wollte Günter unbedingt mal ein anderen Wald sehen. Er packte seinen Proviant in ein Küchentuch, schnürte es um einen Stock, schwang sich den Stock über die Schulter, und war für einige Monate verschwunden. Seinen Schlagzeugsitz stellte er einem Nachfolger zur Verfügung.
Ein paar Leute versuchten so ähnliche Geräusche am Schlagzeug zu machen, damit es mit den Knattertones irgendwie passte. Aber das war nicht so einfach...Schließlich fand sich jemand der genauso wat spielte wie die Anderen Knattertones: Holga. Ein sehr großer Schlagzeugspieler. Er konnte im Erdloch nicht stehen. Aber als Schlagzeuger sitzt man ja eh. Holger hatte sich auf dem Kreuzberg häuslich eingerichtet. Aber mit seinen langen Beinen scheute er nicht den Weg in den Wald - bis mit der Zeit ein neues "Probe-Loch" auf dem Kreuzberg gefunden wurde.
In der Zwischenzeit hatte sich außerdem ein Trompeter gefunden. Mit "Thomas dem I." hatte Storrie, die Ein-Mann-Bläserabteilung, Verstärkung bekommen.
Die erste Demo-Aufnahme wurde ein Hinterhof weiter im Keller von "Scattergun" mit einem alten Mischpult von "FC Schallplatte" aus der Samariterstr. gemacht. Vier Lieder wurden an einem Wochenende aufgenommen. Hardy von "Scattergun" ist dafür zu danken, das alles an einem Wochenende über die Bühne ging. Die ersten Knattertones- Aufnahmen gingen als Demo-Tape über den Tisch. Sie wurden auch genutzt um Auftritte an Land zu ziehen. Ca. 500 Stück fanden einen neunen Besitzer oder fielen in die Hände von einem Veranstalter.
Ende der Jahres kam Max mit Sax hinzu. Auch Max, der jetzt bei den "DeRuths" spielt, brachte die Bläser mehr in den Vordergrund.
13 Konzerte spielten die Knattertones im Jahr 2000, fünf im "Heimat-Bezirk" Friedrichshain, sieben weitere in anderen Berliner Bezirken und eins in Postdam.
Im Mehringhof, im Drugstore, in der Köpi 137 und beim "Rock gegen Rechts"-Festival ging die eingespielte Kohle an antifaschistische, alternative linke Gruppen, die die Soli- Veranstaltungen organisierten.
2001
"Thomas, der I." wanderte schließlich nach Braunschweig aus, Max wechselte zu den "DeRuths" und Storrie hielt vorübergehend alleine die Stellung ... bis auf einen Schlag wieder zwei neue Bläser auf der Matte standen. Nicola "Nicophonia" und Dennis "Trompeti" brachten mit der Sommersonne 2001 die Bläser wieder auf eine Dreier-Besetzung. Mit Dennis war ein weiterer Friedl'hainer "Waldbursche" am Start und mit Nicola die erste gebürtige BerlinerIN in der Kapelle. Von der Charlottenburg aus, macht sie sich seit dem regelmäßig auf den Weg in den Hain.
Die acht Leutchens drängten sich schon etwas im Probekellerloch. Aber sie wollten noch mehr dabei haben. So ließ sich Sabine von Holga auf einer Nachtgelage bequatschen, doch mal mit ihrer "Elka*" vorbeizuschauen.
(*Elka = "Orgel, von "als-es-noch-analoge-elektronische-Tasteninstrumente-gab", die noch Liebe und Zuneigung brauchen, damit sie funktionieren; dafür dann aber auch faschärfte Töne von sich geben") Sabines Unterstützung brachte, sowohl einen neuen Offbeat-Sound, als auch das ein oder andere kleine "Elka"-Solo, hinzu.
Der "Drugstore" - ein Ort, den sich der junge Pöbel auf dem Schöneberg erobert hat, hatte im Sommer 2000 gerade seinen Tontechniker verloren. Bodo - ein Helfer - bemühte sich ersatzweise den Job zu übernehmen.
Erstes Konzert: Knattertones.
In den folgenden Monaten lief man sich öfter über den Weg. Das Bodo und Holga sich aus Schulzeiten kennen und auch Dennis öfters mal mit Bodo den Becher heben ging/geht, half nicht gerade sich aus dem Weg zu gehen ;-).
Zur Freude der Kapelle war Bodo schließlich auch im Proberaum und drehte an den Reglern. Somit haben jetzt die neun Musikchaoten zum Glück auch noch einen Techniker.
Denn sieben Instrumente und zwei SängerInnen an die richtige Lautstärke, etc. anzupassen, überforderte die Leute im vollen Proberaumkeller dann doch.
2001 wurden zunächst keine neuen Aufnahmen gemacht. Dafür spielten die Knattertones 16 Konzerte. Und davon einige mehr außerhalb Berlins (Strausberg, Frankfurt O., Elstal, Ansbach, Schwäbisch Hall, Potsdam). Auch in diesem Jahr gingen mehrere Konzerte zu Gunsten von antifaschistischen, alternativ linken Veranstaltern (Studentenproteste (FU Berlin), LaCasa (Hellersdorf), Alpha 60 (Schäbisch Hall)).
2002
Silvester 2001/2002 wurde im Wald wild gefeiert. Kollege Nick passte um Mitternacht nicht mehr so ganz auf. Und er brach sich ein paar Halswirbel(!) - außerdem die ein oder andere Rippe.
Zum Glück ist alles SEHR glimpflich ausgegangen und Nick konnte schon Mitte Mai wieder auftreten. Die Knattertones knüpften da wieder da an, wo sie aufgehört hatten.
Der Unfall, einige "Kellerraumwechsel" und die anstehenden Aufnahmen ließen die Knattertones nicht mehr so viel Zeit für die Bühne. Doch die Auftritte, die in diesem Jahr schon gespielt wurden, waren recht erfolgreich.
Am Anfang stand ein Konzi im SO36, ein großer Versammlungsort am Fuße des Kreuzbergs. Aber, als erste von drei Bands, bei fast leerer Halle, nach vier Monaten Pause anzutreten, trug nicht gerade dazu bei, die richtige Grundstimmung aufkommen zu lassen. Trotzdem war es ein Erlebnis mal im SO36 vor "Sir Mark Foggo und den Skasters" zuspielen.
Dafür ging es im Tommy-Haus (Vorgruppe von Scrapy/Cable Street Soli), beim Kulturschock (Ersatz für Skatoon Syndikat) und im Fischladen (Comic-Release-Party) ordentlich rund.
In der zu dem Zeitpunkt aktuellen Besetzung gingen die Knattertones im Juni 2002 ins Studio und machten ihre Aufnahmen, die hoffentlich bald auf Vinly im Plattenladen stehen...
Olli, Veteran der ersten Stunde, hatte in der Zwischenzeit viel Musik von einer mysteriösen Insel für sich entdeckt. Namen wie "Reggae", "Ragga", "Dancehall" wurden für ihn immer bedeutender. Seit Juli ist er als Gitarrist nicht mehr dabei. Er will lieber schräge Synthi/Sampler-Sounds kreieren als weiter seine Klampfe zu
malträtieren. Mal sehen, was sich daraus noch entwickelt...vielleicht haben wir am Ende noch einen neuen Sound-Tüftler.
Die Knattertones brauchten aber zunächst Mal einen neuen Gitarristen. Bei den Umherirrenden im Hain und am Kreuzberg fand sich unter den Bekannten erstaunlich schnell ein guter Gitarrist. Thomas "der II." hat die Aufgabe zu seiner gemacht. Er ist seit kurzem als neustes Mitglied dabei.
Und es wird weiter gerockt und geSKANKt. Auch auf dem nächsten Konzert ;-) ...-> |
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